Die Lösungen

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■ Neun Lösungen tragen einen Stempel mit einem Buchstaben. Sammle alle neun in der richtigen Reihenfolge — sie ergeben das Losungswort für die verschlossene Akte 100.
EBENE I — LEICHTAKTE 001–040
AKTE 001 Der Engel von Bremen Bremen · 1828
Tatwaffe
ARSEN
Täter / Täterin
Gesche Gottfried
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DIE FROMME GESCHE GOTTFRIED MISCHTE FUENFZEHN MENSCHEN GEDULDIG MAEUSEBUTTER INS ESSEN
Gesche Gottfried vergiftete zwischen 1813 und 1827 fünfzehn Menschen mit Arsen („Mäusebutter“). 1831 wurde sie auf dem Bremer Domshof enthauptet — die letzte öffentliche Hinrichtung der Stadt. Der Spuckstein im Pflaster erinnert bis heute an sie.
AKTE 002 Die Räuber vom Donaumoos Donaumoos, Oberbayern · 1873
Tatwaffe
GEWEHR
Täter / Täterin
Ferdinand Gump
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
FERDINAND GUMP ERSCHOSS SEINEN EIGENEN KUMPAN EDUARD AUF DER LANGEN FLUCHT
Ferdinand Gump und Eduard Gänswürger ermordeten im Dezember 1872 zwei Bauern bei Meilenhofen. Im Februar 1873 erschoss Gump seinen Komplizen an der Sandrach bei Manching — nach eigener Aussage, nachdem Gänswürger die Krämerin Kufer erschossen hatte. Gump starb im November 1873 in Haft an Tuberkulose, ehe ihm der Prozess gemacht werden konnte.
AKTE 003 Der Würger von München München · 1896
Tatwaffe
TUCH
Täter / Täterin
Johann Berchtold (Indizienurteil)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DER MAURER JOHANN BERCHTOLD ERDROSSELTE DIE FRAUEN IN DER KARLSTRASSE
Johann Berchtold wurde 1896 in einem reinen Indizienprozess zum Tode verurteilt, 1897 zu lebenslangem Zuchthaus begnadigt. Er beteuerte bis zu seinem Tod 1925 in Kaisheim seine Unschuld — der Fall gilt bis heute als Musterbeispiel eines Indizienurteils.
AKTE 004 Der Räuber Kneißl Dachauer Land, Oberbayern · 1901
Tatwaffe
STUTZEN
Täter / Täterin
Mathias Kneißl
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
MATHIAS KNEISSL ERSCHOSS GENDARMEN UND STARB UNTER DEM FALLBEIL
Mathias Kneißl wurde im März 1901 nach Verrat durch seine Cousine gestellt, in Augsburg zum Tode verurteilt und am 21. Februar 1902 mit der Guillotine hingerichtet. Für viele Kleinbauern blieb der „Räuber Kneißl“ ein Volksheld — Filme und Balladen erzählen bis heute von ihm.
AKTE 005 Die Lilie auf dem Felde München · 1919
Tatwaffe
PISTOLE
Täter / Täterin
Josef Apfelböck
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DER SOHN JOSEF APFELBOECK ERSCHOSS ERST DIE MUTTER UND DANN KALTBLUETIG DEN VATER
Josef Apfelböck erschoss im Juli 1919 beide Eltern mit einer Kleinkaliberpistole und lebte drei Wochen neben den Leichen. Das Volksgericht München verurteilte den 16-Jährigen zu 15 Jahren. Bertolt Brecht machte den Fall mit „Apfelböck oder die Lilie auf dem Felde“ unsterblich — im Gedicht erschlägt der Täter die Eltern. 1932 wurde Apfelböck nach 13 Jahren in Landsberg entlassen.
AKTE 006 Die Bank der frommen Wirtin München · 1872
Tatwaffe
VERSPRECHEN
Täter / Täterin
Adele Spitzeder
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
ADELE SPITZEDER PRELLTE DAS EINFACHE VOLK UM ACHT MILLIONEN
Adele Spitzeders „Dachauer Bank“ war das erste große Schneeballsystem Deutschlands: über 30.000 Geschädigte und ein Millionenschaden (die Quellen nennen bis zu 38 Mio. Gulden). 1873 erhielt sie drei Jahre und zehn Monate Zuchthaus wegen betrügerischen Bankrotts, versuchte es später erneut und starb 1895 mittellos. Kein Mord — aber einer der folgenreichsten Kriminalfälle Bayerns.
AKTE 007 Der Hauptmann von Köpenick Berlin-Köpenick · 1906
Tatwaffe
UNIFORM
Täter / Täterin
Wilhelm Voigt
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
WILHELM VOIGT KOMMANDIERTE BEI TAGE MIT FREMDEM ROCKE GANZ KOEPENICK
Wilhelm Voigt erbeutete am 16. Oktober 1906 rund 4.000 Mark aus der Köpenicker Stadtkasse — allein mit der Autorität einer Uniform. Der Kaiser begnadigte ihn 1908; die „Köpenickiade“ wurde zum Weltbegriff und Zuckmayers Bühnenklassiker.
AKTE 008 Die Knochen in der Leine Hannover · 1924
Tatwaffe
LEINE
Täter / Täterin
Fritz Haarmann
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
FRITZ HAARMANN WURDE FUER DIE MORDE AN JUNGEN MAENNERN HINGERICHTET
Fritz Haarmann tötete zwischen 1918 und 1924 mindestens 24 junge Männer. Die in der Leine gefundenen Knochen überführten ihn; im April 1925 wurde er in Hannover hingerichtet. Der Fall veränderte die deutsche Kriminalistik — und das Vertrauen in Polizeispitzel für immer.
AKTE 009 Das Gästebuch des Herrn Denke Münsterberg, Schlesien · 1924
Tatwaffe
HACKE
Täter / Täterin
Karl Denke
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
KARL DENKE TOETETE SEINE ARMEN GAESTE UND FUEHRTE GENAU BUCH DARUEBER
Karl Denke tötete vermutlich über 30 Wanderer und Hausierer. Sein „Register“ wurde zum berüchtigtsten Beweisstück der Weimarer Kriminalgeschichte. Denke erhängte sich 1924 in der Zelle, ehe ein Prozess stattfinden konnte.
AKTE 010 Die Kammer am Schlesischen Bahnhof Berlin · 1921
Tatwaffe
BEIL
Täter / Täterin
Carl Großmann
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
CARL GROSSMANN LOCKTE IN DEN HUNGERJAHREN FRAUEN IN SEINE WOHNUNG UND TOETETE SIE DORT
Carl Großmann lockte in den Hungerjahren nach dem Ersten Weltkrieg zahlreiche Frauen in seine Wohnung am Schlesischen Bahnhof. Die Opferzahl ist bis heute unklar (vermutet: über 20). Großmann entzog sich dem Urteil 1922 durch Suizid in der Zelle.
AKTE 011 Die Stadt in Angst Düsseldorf · 1929
Tatwaffe
SCHERE
Täter / Täterin
Peter Kürten
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
PETER KUERTEN WURDE VON DER EIGENEN FRAU FUER DAS KOPFGELD ANGEZEIGT
Peter Kürten, der „Vampir von Düsseldorf“, wurde 1930 nach dem Geständnis gegenüber seiner Frau gefasst — er selbst wollte, dass sie die Belohnung erhält. 1931 in neun Fällen zum Tode verurteilt und in Köln hingerichtet. Der Fall prägte den modernen Begriff des Serienmörders.
STEMPEL 1 VON 9  ·  BUCHSTABE: D
AKTE 012 Der Fall Woyzeck Leipzig · 1821
Tatwaffe
KLINGE
Täter / Täterin
Johann Christian Woyzeck
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
JOHANN CHRISTIAN WOYZECK ERSTACH JOHANNA WOOST SPAET ABENDS IM HAUSFLUR
Woyzeck erstach 1821 die Witwe Woost mit einer abgebrochenen Degenklinge. Das Zurechnungsfähigkeits-Gutachten des Hofrats Clarus machte den Fall zum Meilenstein der Gerichtsmedizin; 1824 wurde Woyzeck in Leipzig öffentlich enthauptet. Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“ beruht auf diesem Fall.
AKTE 013 Der falsche Tote im Zwielicht bei Halle an der Saale · 1858
Tatwaffe
FLINTE
Täter / Täterin
Rose (Schütze), Rosahl (Anstifter)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
ROSE SCHOSS AUF DEN FALSCHEN MANN ROSAHL HATTE BEZAHLT
Der Fall Rose–Rosahl (1858) ist der berühmteste Anstiftungsfall der deutschen Rechtsgeschichte: Rose erschoss in der Dämmerung den falschen Mann. Das Schwurgericht Halle verurteilte dennoch beide zum Tode (1860 zu lebenslanger Haft begnadigt) — der Streit über den „error in persona“ beschäftigt Jurastudenten bis heute.
AKTE 014 Der Schuss in der Kurstadt Baden-Baden · 1906
Tatwaffe
REVOLVER
Täter / Täterin
Karl Hau (Indizienurteil, umstritten)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
KARL HAU ERSCHOSS DIE MUTTER SEINER FRAU LINA IM DUNKELN
Karl Hau wurde 1907 für den Mord an seiner Schwiegermutter Josefine Molitor zum Tode verurteilt, dann zu lebenslang begnadigt. Er schwieg zeitlebens zum Motiv; seine Frau Lina nahm sich noch vor dem Prozess das Leben. Der Fall spaltete das Kaiserreich und gilt bis heute als umstrittenes Indizienurteil.
AKTE 015 Der Fürst, der keiner war Berlin / Paris · 1900
Tatwaffe
DIETRICH
Täter / Täterin
Georges Manolescu
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
GEORGES MANOLESCU STAHL LAUTLOS JUWELEN AUS DEN FEINSTEN SUITEN VON EUROPA
Georges Manolescu, „Fürst Lahovary“, bestahl um 1900 die Grandhotels Europas. Seine Memoiren (1905) wurden ein Skandalerfolg und inspirierten Thomas Manns „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“. Kein Mord — aber einer der elegantesten Kriminalfälle der Epoche.
AKTE 016 Das Feuer von Rastenburg Rastenburg, Ostpreußen · 1930
Tatwaffe
VERSICHERUNG
Täter / Täterin
Fritz Saffran & Kipnik
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
SAFFRAN UND KIPNIK TOETETEN DEN MELKER DAHL FUER DIE PRAEMIE
Saffran und Kipnik töteten 1930 den Melker Friedrich Dahl, legten ihn ins brennende Möbelhaus in Rastenburg und wollten die Lebensversicherung kassieren — fast zeitgleich mit dem Tetzner-Fall (Akte 003). Beide wurden 1931 zum Tode verurteilt und später zu lebenslangem Zuchthaus begnadigt. Die Ähnlichkeit beider Fälle beschäftigte die Kriminalistik jahrzehntelang.
AKTE 017 Die Briefe der Freundinnen Berlin · 1922
Tatwaffe
ARSEN
Täter / Täterin
Ella Klein (mit Margarete Nebbe)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
ELLA KLEIN VERGIFTETE IHREN MANN FUER EIN NEUES LEBEN MIT DER GELIEBTEN
Ella Klein vergiftete 1922 ihren Ehemann mit Arsen; ihre Geliebte Margarete Nebbe wusste und ermutigte. Der Prozess wurde zum Gesellschaftsskandal der Weimarer Republik; Alfred Döblin schrieb darüber „Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord“ (1924).
AKTE 018 Der Räuber vom Bayerischen Wald Bayerischer Wald · 1853
Tatwaffe
PISTOLE
Täter / Täterin
Michael Heigl
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
MICHAEL HEIGL RAUBTE JAHRELANG DEN WALD AUS UND STARB GEWALTSAM IN GEFANGENSCHAFT
Michael Heigl terrorisierte jahrelang den Bayerischen Wald, wurde 1853 nach Verrat gefasst; 1857 erschlug ihn ein Mithäftling im Münchner Gefängnis. Die „Heiglhöhle“ bei Bad Kötzting erinnert bis heute an ihn — halb Schrecken, halb Volksheld.
AKTE 019 Der falsche Prinz Erfurt / Heidelberg · 1926
Tatwaffe
MONOKEL
Täter / Täterin
Harry Domela
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
HARRY DOMELA GAB SICH ALS KAISERENKEL AUS UND ALLE WELT VERBEUGTE SICH TIEF
Harry Domela ließ sich 1926/27 für den Enkel des Kaisers halten — die Justiz tat sich schwer, ihm Betrug nachzuweisen, denn gefordert hatte er fast nie etwas. Sein Buch „Der falsche Prinz“ wurde ein Bestseller, er spielte sich selbst im Film. Die Republik lachte — über sich selbst.
AKTE 020 Der Tunnel zum Tresor Berlin · 1929
Tatwaffe
TUNNEL
Täter / Täterin
Franz & Erich Sass
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DIE BRUEDER FRANZ UND ERICH SASS GRUBEN SICH GANZ HEIMLICH ZUM GELD DER REICHEN DURCH
Die Sass-Brüder räumten 1929 die Stahlkammer der Disconto-Gesellschaft am Wittenbergplatz aus — durch einen selbst gegrabenen Tunnel. Mangels Beweisen wurden sie aus der U-Haft entlassen und gaben der Presse einen Sekt-Empfang bei Lutter & Wegner. Die Beute wurde nie gefunden; die Berliner machten die beiden zu Legenden.
AKTE 021 Der Lehrer, der Winnetou erfand Sachsen · 1865
Tatwaffe
VERKLEIDUNG
Täter / Täterin
Karl May
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DER JUNGE KARL MAY GAB SICH FRECH ALS POLIZIST AUS UND SCHRIEB SPAETER WELTROMANE
Karl May saß in den 1860er/70er Jahren mehrfach wegen Diebstahls und Hochstapelei ein, u. a. in Waldheim — er gab sich einmal als Polizeileutnant aus. Aus dem Vorbestraften wurde Deutschlands meistgelesener Abenteuerautor. Seine Vergangenheit holte ihn in Prozessen bis ans Lebensende ein.
AKTE 022 Der Überlebende von der Marsch Wilstermarsch, Schleswig-Holstein · 1866
Tatwaffe
BEIL
Täter / Täterin
Timm Thode
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DER EINZIGE UEBERLEBENDE TIMM THODE ERSCHLUG KALT SEINE GANZE FAMILIE
Timm Thode erschlug im August 1866 acht Angehörige und steckte den Hof in Brand; den Überfall hatte er erfunden. 1868 wurde er in Glückstadt enthauptet. Die Hamburger Moritatendrucke über den Fall machten ihn zu einem der ersten Medienereignisse der deutschen Kriminalgeschichte.
STEMPEL 2 VON 9  ·  BUCHSTABE: A
AKTE 023 Das Fass auf der Mosel Bremerhaven · 1875
Tatwaffe
ZEITZUENDER
Täter / Täterin
Alexander Keith jr. (alias William King Thomas)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
ALEXANDER KEITH WOLLTE DAS SCHIFF AUF SEE FUER DIE VERSICHERUNG VERSENKEN
Keith hatte wertlose Fracht hoch versichert und wollte die „Mosel“ mit einer Zeitbombe auf dem Atlantik versenken. Die Bombe explodierte am 11. Dezember 1875 vorzeitig an der Pier: 83 Tote. Keith schoss sich in seiner Kajüte nieder und gestand vor seinem Tod — einer der ersten Zeitbomben-Anschläge der Geschichte.
AKTE 024 Die Erhängte am Webstuhl Fürstentum Reuß, Thüringen · 1861
Tatwaffe
STRICK
Täter / Täterin
Marie Strauß
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
MARIE STRAUSS ERDROSSELTE DIE FRAU IHRES GELIEBTEN UND SPRACH KALT VON SELBSTMORD
Marie Strauß erdrosselte die Ehefrau ihres Geliebten mit einem Strick und inszenierte ein Erhängen am Webstuhl. 1864 wurde sie bei Dölau enthauptet — die letzte öffentliche Hinrichtung in Deutschland. Ihr Geliebter, der Webermeister Feustel, erhielt als Mitschuldiger lebenslange Haft.
AKTE 025 Das Dorf, das schwieg Matzdorf, Mecklenburg-Strelitz · 1839
Tatwaffe
KNUEPPEL
Täter / Täterin
Das Gut kollektiv; der Inspektor als Anstifter verurteilt
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DIE LEUTE DES GUTES ERSCHLUGEN IHREN TYRANNEN GEMEINSAM UND ALLE SCHWIEGEN
Am Gutsherrn Haberland beteiligte sich 1839 praktisch das ganze Dorf — weil alle zuschlugen, ließ sich keinem die tödliche Tat zuordnen. Der Inspektor wurde als Anstifter zum Tode verurteilt (begnadigt), die übrigen kamen glimpflich davon. Mecklenburgs „Mord des ganzen Dorfes“ wurde zur Sagengestalt „Haverlandt“.
AKTE 026 Die Villa am Kalkwerk Haiger, Hessen · 1924
Tatwaffe
AXT
Täter / Täterin
Fritz Angerstein
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
FRITZ ANGERSTEIN TOETETE DORT ACHT MENSCHEN WEGEN EINER UNTERSCHLAGUNG
Angerstein hatte rund 15.000 Mark unterschlagen und tötete im Dezember 1924 acht Menschen, um die Aufdeckung zu verhindern — den Überfall inszenierte er samt Selbstverletzung. 1925 in Limburg achtfach zum Tode verurteilt und hingerichtet. Ein Lehrbuchfall der frühen Tatort-Forensik.
AKTE 027 Der Brief aus Washington Bönnigheim, Württemberg · 1835 / 1872
Tatwaffe
GEWEHR
Täter / Täterin
Gottlob Rüb (posthum benannt)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
GOTTLOB RUEB SCHOSS AUS DEM DUNKEL ER FIEL SPAETER IM KRIEG IN MEXIKO
Der Mord am Schultheißen Rieber (1835) wurde erst 1872 durch einen Hinweis aus Washington aufgeklärt — der einzige deutsche Mordfall des 19. Jahrhunderts, der in Amerika gelöst wurde. 2018 überreichte Bönnigheim den Nachfahren des Hinweisgebers symbolisch die nie ausgezahlte Belohnung.
AKTE 028 Die Brüder aus dem Revier Ruhrgebiet / Köln · 1927/28
Tatwaffe
PISTOLE
Täter / Täterin
Johann & Heinrich Heitger
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DIE BRUEDER HEITGER ERSCHOSSEN AUF IHREN RAUBZUEGEN DREI MENSCHEN
Die Heitgers erschossen 1927/28 einen Knappschaftskassierer und zwei Beamte, stahlen Blanko-Pässe aus dem Münchner Polizeipräsidium und starben im Oktober 1928 in Köln. Ihr Komplize wurde verurteilt; die Presse machte aus ihnen die „Bonnie & Clyde“ der Weimarer Republik — Jahre vor den echten.
AKTE 029 Zwölf Jahre Joseph Mainz · 1919–1931
Tatwaffe
ANZUG
Täter / Täterin
Maria Einsmann („Joseph“)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
MARIA EINSMANN LEBTE ZWOELF JAHRE LANG ALS JOSEPH UND NIEMAND AHNTE JEMALS ETWAS DAVON
Maria Einsmann lebte von 1919 bis 1931 in Mainz als „Joseph“, arbeitete als Mann und galt als Ehemann und Vater. Die Aufdeckung wurde ein internationales Medienereignis; das Urteil im Betrugsprozess fiel mild aus. Seit 2020 erinnert Mainz offiziell an sie. Kein Mord — aber ein Jahrhundertfall.
AKTE 030 Der Schrecken von Brandenburg Brandenburg an der Oder · 1905 / 1913
Tatwaffe
FEUER
Täter / Täterin
August Sternickel
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
AUGUST STERNICKEL RAUBTE HOEFE AUS UND VERBRANNTE DANACH DIE SPUREN
August Sternickel ermordete 1905 und 1913 Bauern und legte Brände, um die Spuren zu vernichten. Der „Sternickel-Schrecken“ ging durchs ganze Reich; 1913 wurde er in Frankfurt an der Oder hingerichtet.
AKTE 031 Hennig ist überall Berlin · 1905/06
Tatwaffe
REVOLVER
Täter / Täterin
Rudolf Hennig
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
RUDOLF HENNIG ERSCHOSS SEINEN BEGLEITER UND NARRTE WOCHENLANG GANZ BERLIN
Rudolf Hennig erschoss 1905 den Kellner Giernoth und wurde nach spektakulärer Flucht 1906 in Plötzensee hingerichtet. „Hennig ist überall“ wurde zum Berliner Stadtspruch — und die Verfilmung seiner Flucht führte zur Einführung der Filmzensur im Deutschen Reich.
AKTE 032 Der Sack Rüben Meinkot, Kreis Helmstedt · 1884
Tatwaffe
AXT
Täter / Täterin
Antonie Koßmieder & Anton Giepsz
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
ANTONIE KOSSMIEDER PLANTE DEN MORD AN IHREM MANN ANTON GIEPSZ SCHLUG KALT ZU
Antonie Koßmieder und ihr Geliebter Anton Giepsz ermordeten 1884 den Ehemann; die im Bach versenkte Axt wurde zufällig entdeckt, Giepsz gestand. Beide wurden 1885 in Braunschweig enthauptet.
AKTE 033 Der falsche Zug Leiferde, Niedersachsen · 1926
Tatwaffe
BRECHEISEN
Täter / Täterin
Otto Schlesinger & Willy Weber
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
SCHLESINGER UND WEBER LIESSEN NACHTS DEN FALSCHEN ZUG ENTGLEISEN
Schlesinger und Weber wollten 1926 bei Leiferde den Bahnpostwagen ausrauben und brachten den falschen Zug zum Entgleisen — 21 Tote. Nach dem Todesurteil in Hildesheim wurden beide 1927 zu lebenslangem Zuchthaus begnadigt; das Gnadengesuch trugen u. a. Einstein, Liebermann und Dix mit.
STEMPEL 3 VON 9  ·  BUCHSTABE: C
AKTE 034 Das Wanderbuch vor den Toren Berlins · 1836
Tatwaffe
STEIN
Täter / Täterin
Johann Gurlt
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
JOHANN GURLT ERSCHLUG DEN SCHLAFENDEN GESELLEN AM WEGRAND UND NAHM SEINE HABE
Johann Gurlt erschlug 1836 den schlafenden Bäckergesellen Schorske mit einem Stein — überführt wurde er durch das Wanderbuch des Opfers in seinem Besitz. 1839 wurde er auf dem Galgenberg vor der Stadt enthauptet — die letzte öffentliche Hinrichtung Berlins.
AKTE 035 Der Pfarrer und die Bücher Raum Wittenberg, Sachsen · 1812–1823
Tatwaffe
HAMMER
Täter / Täterin
Johann Georg Tinius (Indizienurteil, umstritten)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
JOHANN GEORG TINIUS SCHLUG FUER SEINE BUECHERSUCHT ZU SO SAGT DAS URTEIL
Der Büchernarr Tinius wurde nach über zehnjährigem Indizienprozess 1823 zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt — er soll gemordet haben, um seine gewaltige Bibliothek zu finanzieren. Er bestritt die Taten bis zu seinem Tod; der Fall wird bis heute diskutiert.
AKTE 036 Der Weg vom Viehmarkt bei Backnang, Württemberg · 1847
Tatwaffe
MESSER
Täter / Täterin
Wilhelm Armbruster
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
WILHELM ARMBRUSTER BEGLEITETE DEN HAENDLER UND ERSTACH IHN DANN UNTERWEGS
Der junge Metzgerbursche Armbruster erstach 1847 den Viehhändler Winter für 327 Gulden. Im Januar 1848 wurde er bei Backnang vor rund 8.000 Zuschauern enthauptet — die letzte öffentliche Hinrichtung des Königreichs Württemberg.
AKTE 037 Das Perpetuum mobile Stuttgart · 1844
Tatwaffe
ARSEN
Täter / Täterin
Christiane Ruthardt
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
CHRISTIANE RUTHARDT VERGIFTETE IHREN MANN DER ALLES GELD VERBAUTE
Christiane Ruthardt vergiftete 1844 ihren Ehemann, der das Familienvermögen in ein Perpetuum mobile gesteckt hatte. 1845 wurde sie in Stuttgart hingerichtet — einer der bekanntesten Giftmordprozesse des württembergischen Vormärz.
AKTE 038 Sechshundert Prozent Berlin · 1921
Tatwaffe
SYSTEM
Täter / Täterin
Max Klante
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
MAX KLANTE ZAHLTE STETS ALTE KUNDEN MIT DEM GELD DER NEUEN BIS ALLES ZUSAMMENBRACH
Max Klantes „System“ war ein Schneeballsystem: 1921 brach es zusammen — rund 260.000 Anleger verloren zusammen etwa 90 Millionen Mark. Klante erhielt drei Jahre Gefängnis. Der größte Anlegerskandal der frühen Weimarer Republik — Berlins Antwort auf Adele Spitzeder (Akte 008).
AKTE 039 Der Alchemist von München München · 1931
Tatwaffe
HAND
Täter / Täterin
Franz Tausend
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
EIN ZEUGE SAH WIE FRANZ TAUSEND GOLD HEIMLICH IN DIE SCHMELZE SCHMUGGELTE
Franz Tausend gaukelte in den 1920ern die Gold-Transmutation vor und sammelte hohe Summen ein; selbst eine überwachte Probe in der Alten Münze schien zu gelingen. 1931 verurteilte ihn das Landgericht München zu drei Jahren und acht Monaten — ein Zeuge hatte ihn beim Einschmuggeln von Gold beobachtet, Gutachter wiesen nach, dass das Gold stets vorher zugesetzt war. Tausend starb 1942 in Haft.
AKTE 040 Der Lord von Barmbeck Hamburg · 1904–1927
Tatwaffe
STEMMEISEN
Täter / Täterin
Julius Adolf Petersen, „Lord von Barmbeck“
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
JULIUS PETERSEN FUEHRTE ZWEIHUNDERT EINBRECHER WIE EIN GESCHAEFTSMANN
Julius Adolf Petersen führte die „Barmbecker Einbrechergesellschaft“ über zwei Jahrzehnte wie ein Unternehmen — inklusive Rechtsschutz und Sozialkasse. Seine Geständnisse führten zu rund 3.000 Haftbefehlen; die Hamburger Polizei füllte 20 Regalmeter Akten. 1973/74 wurde sein Leben fürs Kino verfilmt.
EBENE II — MITTELAKTE 041–059
AKTE 041 Die Braut von Freiberg Chemnitz / Freiberg, Sachsen · 1907
Tatwaffe
REVOLVER
Täter / Täterin
Grete Beier
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
GRETE BEIER ERSCHOSS IHREN VERLOBTEN KURT PRESSLER UND SCHRIEB DIE ABSCHIEDSZEILEN SELBST FUER DAS ERBE
Grete Beier gab Pressler in dessen Chemnitzer Wohnung erst Zyankali und erschoss ihn dann mit dem Revolver — Abschiedsbrief und Testament hatte sie gefälscht, um frei für ihren Geliebten zu sein. Sie gestand und wurde 1908 in Freiberg hingerichtet — als letzte öffentlich hingerichtete Frau im Königreich Sachsen.
AKTE 042 Der Kameradenmord auf dem Witthoh Witthoh bei Tuttlingen, Württemberg · 1862
Tatwaffe
BEIL
Täter / Täterin
Die eigenen Reisekameraden (vier Todesurteile)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
SEINE EIGENEN LANDSLEUTE TOETETEN DEN SPARSAMEN GELDVERLEIHER AUF DEM HOHEN BERGRUECKEN
Der sparsame Steinhauer Chiogna, Geldverleiher seiner Reisegefährten, wurde 1862 auf dem Witthoh erst vergeblich vergiftet, dann erschlagen. Acht Italiener wurden in Schaffhausen gefasst und ausgeliefert; vier endeten 1863 unter der Guillotine in Rottweil, drei im Zuchthaus.
AKTE 043 Der Flammentod der Gräfin Darmstadt · 1847
Tatwaffe
HAENDE
Täter / Täterin
Johann Stauff, Kammerdiener
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DER DIENER JOHANN STAUFF WURDE BEIM STEHLEN ERTAPPT UND TOETETE DIE WEHRLOSE GRAEFIN IM SCHLOSS
Justus von Liebig widerlegte 1850 als Gutachter die These der „Selbstentzündung“. Im Indizienprozess wurde der Kammerdiener Johann Stauff überführt und gestand, die Gräfin beim Schmuckdiebstahl erwürgt und das Feuer gelegt zu haben. Er erhielt lebenslange Haft — ein Meilenstein der forensischen Chemie.
AKTE 044 Die Bürgermeistermorde bei Heidelberg / Neckargemünd · 1921
Tatwaffe
REVOLVER
Täter / Täterin
Leonhard Siefert
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
LEONHARD SIEFERT ERSCHLUG UND ERSCHOSS DIE BEIDEN BUERGERMEISTER AUS PURER GIER NACH GELD
Der 23-jährige Eisenbahnschmied Leonhard Siefert wurde 1922 in einem der ersten modernen Indizienprozesse überführt — Fingerabdrücke, Blutuntersuchung und botanische Spuren. Er leugnete bis zuletzt und wurde in Bruchsal hingerichtet. Das Motiv war Habgier, nicht Politik.
STEMPEL 4 VON 9  ·  BUCHSTABE: H
AKTE 045 Die Leiche im Koffer Bad Wildungen / Kassel · 1906
Tatwaffe
STRICK
Täter / Täterin
Wilhelm Meyer
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
WILHELM MEYER VERSTECKTE DIE TOTE REICHE ALTE FRAU NEUN MONATE IM GEPAECK UND LEBTE VON IHREM GELD
Der bahnlagernde Koffer enthielt die mit Chlorkalk übergossene Leiche der 76-jährigen Marie Vogel. Ihr junger Ex-Geliebter Wilhelm Meyer behauptete, sie habe sich erhängt, und hatte neun Monate neben dem Koffer gelebt. Ein Mord ließ sich nie beweisen: Das Schwurgericht Kassel verurteilte ihn 1906 wegen schweren Raubes zu 15 Jahren Zuchthaus.
AKTE 046 Das Alibi im Wirtshaus Konzell / Mitterfels, Niederbayern · 1844
Tatwaffe
STRICK
Täter / Täterin
Dominikus Hahn (Anstifter) und zwei Komplizen
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DOMINIKUS HAHN LIESS SEINE JUNGE FRAU DAHEIM TOETEN UND SASS DABEI SEELENRUHIG IM GASTHAUS
Während der Mesner Dominikus Hahn im Wirtshaus saß, erdrosselten seine Geliebte und deren Bruder seine schwangere Frau. Alle drei wurden zum Tode verurteilt; die Komplizen wurden begnadigt, Hahn 1847 in Mitterfels enthauptet — die letzte öffentliche Schwerthinrichtung der Region.
AKTE 047 Der Bischof und das Kartenspiel Frauenburg, Ostpreußen · 1841
Tatwaffe
BEIL
Täter / Täterin
Kühnapfel, Schneidergeselle
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DER GESELLE KUEHNAPFEL ERSCHLUG DEN BISCHOF UND DIE MAGD UND GING DANACH INS WIRTSHAUS
Der Schneidergeselle Kühnapfel erschlug 1841 in Frauenburg die Haushälterin und den Bischof von Hatten mit dem Beil, raubte Golduhr und Taler und ging danach Karten spielen. Die Beute verriet ihn; er gestand nach langem Verhör und wurde als einer der letzten Menschen in Preußen öffentlich gerädert.
AKTE 048 Der Mann auf zwei Opferlisten Jüterbog · 1931
Tatwaffe
SPRENGSTOFF
Täter / Täterin
Sylvester Matuska
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
SYLVESTER MATUSKA SPRENGTE DIE SCHIENE UND MELDETE SICH SELBST ALS VERLETZTES OPFER
Matuska sprengte 1931 bei Jüterbog das Gleis; der D-Zug Basel–Berlin entgleiste, rund hundert Menschen wurden verletzt. Er gab sich als geschädigter Fahrgast aus — bis auffiel, dass er auch nach seinem Anschlag im ungarischen Biatorbágy auf der Opferliste stand. 1932 wurde er in Wien verurteilt.
AKTE 049 Die letzte Hinrichtung des Westens Nagold / Tübingen · 1948
Tatwaffe
PISTOLE
Täter / Täterin
Richard Schuh
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
RICHARD SCHUH ERSCHOSS DEN FAHRER EUGEN ROTH UND RAUBTE GUMMI FUER DEN SCHWARZEN MARKT
Richard Schuh erschoss im Januar 1948 den Lkw-Fahrer Eugen Roth, der ihn hatte mitfahren lassen, mit einer Pistole und montierte die neuen Reifen für den Schwarzmarkt ab. Das Landgericht Tübingen verurteilte ihn im Mai 1948 zum Tode; am 18. Februar 1949 wurde er im Tübinger Gefängnishof guillotiniert. Drei Monate später schaffte das Grundgesetz die Todesstrafe ab — Schuh blieb der letzte von der westdeutschen Justiz (ohne West-Berlin) Hingerichtete.
AKTE 050 Der Junge vom Alexanderplatz Berlin · 1948/49
Tatwaffe
PISTOLE
Täter / Täterin
Werner Gladow
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
WERNER GLADOW FUEHRTE DIE JUNGE GANG UND NUTZTE DIE GETEILTE GROSSE STADT ALS VERSTECK
Der 17-jährige Werner Gladow führte eine bis zu 27-köpfige Bande, die den Viersektorenstatus Berlins als Fluchtmaschine nutzte; zwei Menschen starben. Nach einer Schießerei in der elterlichen Wohnung verhaftet, wurde er 1950 in Frankfurt (Oder) mit zwei Komplizen hingerichtet.
AKTE 051 Der Doppelmord in der Schankstube Braunschweig · 1873
Tatwaffe
BEIL
Täter / Täterin
Louis Krage
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
LOUIS KRAGE ERSCHLUG DEN WIRT UND SEINE FRAU ABENDS IN DER STUBE UND LEERTE DANN IHRE GANZE KASSE
Louis Krage tötete 1873 in Braunschweig ein Gastwirtsehepaar und raubte die Tageskasse; die Spur führte zu einem Bekannten des Hauses. Nach seinem Geständnis wurde er verurteilt und hingerichtet.
AKTE 052 Der falsche Mörder Elberfeld · 1883
Tatwaffe
HAMMER
Täter / Täterin
Der Lehrling Wilhelm (Ziethen war unschuldig)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DER JUNGE BURSCHE WILHELM WAR DER WAHRE MOERDER UND NICHT DER LANGE VERURTEILTE ZIETHEN
Der Barbier Albert Ziethen wurde 1884 für den Mord an seiner Frau zum Tode verurteilt, dann zu lebenslangem Zuchthaus begnadigt. 1887 gestand der Friseurlehrling August Wilhelm, die Frau mit einem Hammer erschlagen zu haben — doch Ziethen kam trotz des Geständnisses nie frei und starb 1901 im Gefängnis. Einer der berüchtigtsten Justizirrtümer des Kaiserreichs.
AKTE 053 Das Gift in den Knochen Frankfurt am Main · 1913
Tatwaffe
ARSENIK
Täter / Täterin
Karl Hopf
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
KARL HOPF VERGIFTETE MEHRERE ERWACHSENE HEIMLICH FUER GELD UND FETTE ERBSCHAFTEN
Karl Hopf vergiftete in Frankfurt über Jahre hinweg Angehörige — darunter den Vater und die erste Ehefrau —, um Versicherungs- und Erbschaftsgelder zu kassieren. Erst Exhumierungen und der weltweit erstmalige Giftnachweis in den Knochen der Toten überführten ihn; 1914 wurde er in Frankfurt-Preungesheim hingerichtet.
AKTE 054 Der Räuber am Ausflugssee Falkensee / Spandau · 1917–1919
Tatwaffe
PISTOLE
Täter / Täterin
Friedrich Schumann
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
FRIEDRICH SCHUMANN LAUERTE SPAZIERGAENGERN AM SEE AUF UND ERSCHOSS SIE KALTBLUETIG
Friedrich Schumann tötete zwischen 1917 und 1919 Ausflügler, einen Nachtwächter und Gendarmen in den Wäldern um den Falkenhagener See. Ein von ihm angeschossener Forstaufseher erwiderte das Feuer; die Schrotladung in Schumanns Schulter verriet ihn beim Arzt. 1920 wurde er in Moabit sechsmal zum Tode verurteilt und 1921 in Plötzensee hingerichtet.
AKTE 055 Die Flucht über den Ozean Berlin · 1897
Tatwaffe
BEIL
Täter / Täterin
Joseph Goenczi
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
JOSEPH GOENCZI TOETETE ZWEI MENSCHEN UND FLOH HEIMLICH UEBER DAS MEER BIS NACH SUEDAMERIKA
Der Schuhmacher Joseph Gönczi erschlug 1897 in Berlin zwei Frauen mit dem Beil und floh mit seiner Frau bis nach Brasilien. 1899 wurde er in Rio de Janeiro gefasst und ausgeliefert; 1900 verurteilte ihn das Schwurgericht Berlin zweimal zum Tode — er leugnete bis zuletzt und wurde in Plötzensee hingerichtet.
STEMPEL 5 VON 9  ·  BUCHSTABE: B
AKTE 056 Der Lohnraub am Zahltag Erkenschwick, Westfalen · 1920
Tatwaffe
PISTOLE
Täter / Täterin
Eine Räuberbande (Lohnraubmord Erkenschwick)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DIE RAEUBER TOETETEN DREI MAENNER UM DEN LOHN DER BERGARBEITER ZU RAUBEN AM GROSSEN ZAHLTAG
Beim Lohnraubmord von Erkenschwick überfielen am 24. August 1920 fünf maskierte Männer die Lohngeldkutsche der Zeche Emscher-Lippe; drei der vier Insassen starben, einer überlebte, weil er sich tot stellte. Die Täter — teils in die Niederlande geflohen — wurden binnen Wochen ermittelt; drei von ihnen wurden zum Tode verurteilt und 1922 hingerichtet.
AKTE 057 Der Einarmige der Eifel Eifel · 1918/19
Tatwaffe
KARABINER
Täter / Täterin
Johann Mayer, „Stumpfarm“
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DER EINARMIGE JOHANN MAYER ERSCHOSS IN DEN BERGEN FUENF MENSCHEN DIE IHM VERTRAUTEN ODER ZU VIEL WUSSTEN
Der einarmige Johann Mayer, „Stumpfarm“ genannt, erschoss 1918/19 in den Eifelwäldern fünf Menschen mit dem Karabiner — „Ein Schuss, ein Schrei, alles vorbei“, sagte er später. 1922 von Landfahrern erkannt und festgehalten, wurde er 1923 in Koblenz wegen vierfachen Mordes und eines Totschlags zum Tode verurteilt und in Köln hingerichtet; ein Geständnis legte er erst kurz vor der Hinrichtung ab.
AKTE 058 Der Goldmacher von Hilden Hilden · 1920er
Tatwaffe
BLENDWERK
Täter / Täterin
Heinz Kurschildgen
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
HEINZ KURSCHILDGEN GAUKELTE VIELEN REICHEN GELDGEBERN DIE HERSTELLUNG VON ECHTEM GOLD NUR VOR
Heinz Kurschildgen, der „Goldmacher von Hilden“, gaukelte in den 1920er Jahren die Herstellung von Gold vor und sammelte Geld von Investoren ein. Als die Proben überwacht wurden, flog der Schwindel auf; er wurde als Betrüger verurteilt.
AKTE 059 Der lange Schatten eines Geheimnisses St. Vith / Gerolstein / Trier · 1908–1910
Tatwaffe
PISTOLE
Täter / Täterin
Josef Breuer (Mordurteil, umstritten)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DER ERPRESSER JOSEF BREUER WURDE FUER DEN SCHUSS AUF SEIN OPFER WEGEN MORDES VERURTEILT
Der Mühlenbesitzer Mattonet aus St. Vith wurde jahrelang wegen seiner Homosexualität erpresst — der § 175 machte jede Anzeige unmöglich. Am 14. Oktober 1908 starb er bei Gerolstein durch einen Schuss aus einer Browning-Pistole. Sein Erpresser Josef Breuer wurde 1909 und 1910 in Trier wegen Mordes zum Tode verurteilt, 1911 vom Kaiser zu lebenslanger Haft begnadigt und 1919 nach einer Amnestie entlassen. Ob Mord oder Selbstmord, ließ sich nie restlos klären — prominente Zeitgenossen wie Magnus Hirschfeld zweifelten am Urteil.
EBENE III — SCHWERAKTE 060–078
AKTE 060 Der brennende Wagen bei Regensburg / Leipzig · 1929
Tatwaffe
BENZIN
Täter / Täterin
Erich Tetzner (lebt!)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DER TOTE WAR EIN FREMDER ANHALTER DER TAETER {ENC}
Erich Tetzner lebte: Er hatte einen Anhalter getötet, die Leiche im eigenen Wagen verbrannt und wollte als „Toter“ die Versicherungssumme kassieren. Sein falsches Kino-Alibi zerfiel am Telefon — die Polizei wartete beim Rückruf in Straßburg. Tetzner wurde 1931 in Regensburg hingerichtet.
AKTE 061 Der Mann ohne Geständnis Nürnberg · 1820
Tatwaffe
HOLZAXT
Täter / Täterin
Johann Paul Forster
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
KAUM ENTLASSEN SCHLUG ER ZWEIMAL ZU DER TAETER {ENC}
Johann Paul Forster erschlug 1820 den Krämer Bäumler und dessen Magd mit einer Holzaxt; Beute und Tatwaffe fanden sich bei ihm. Da er nie gestand, ließ das bayerische Strafgesetz von 1813 keine Hinrichtung zu — er erhielt lebenslange Kettenstrafe. Berühmt wurde der Fall durch Feuerbachs „Merkwürdige Verbrechen“.
AKTE 062 Sieben Hiebe München · 1854
Tatwaffe
SCHWERT
Täter / Täterin
Christian Hußendörfer
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
ER MORDETE FUER GELD DER TAETER {ENC}
Der 19-jährige Sattlergeselle Christian Hußendörfer ermordete 1854 in München seinen Arbeitgeber aus Habgier. Bei der öffentlichen Hinrichtung brauchte der Scharfrichter sieben Schwerthiebe — der Skandal führte direkt zur Einführung der Guillotine in Bayern.
AKTE 063 Der bittere Löffel Bruchsal, Baden · 1856/57
Tatwaffe
ARSEN
Täter / Täterin
Katharina Bischoff
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
SIE GESTAND DEN GIFTMORD AM ALTEN MANN DER TAETER {ENC}
Katharina Bischoff gestand, den 73-jährigen Georg Vollmer mit Arsen im Brei getötet zu haben. Am 26. Januar 1857 wurde sie in Bruchsal hingerichtet — als erster Mensch unter der neu angeschafften badischen Guillotine.
AKTE 064 Das letzte Schauspiel München / Oberbayern · 1861
Tatwaffe
KNUEPPEL
Täter / Täterin
Franz Klaushammer
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
SEIN DIENSTBOTE ERSCHLUG IHN FUER GELD DER TAETER {ENC}
Der Dienstknecht Franz Klaushammer erschlug einen Bauern aus Habgier. Seine öffentliche Enthauptung 1861 unter riesigem Andrang war die letzte Münchens — danach fanden Exekutionen in Bayern nur noch hinter Gefängnismauern statt.
AKTE 065 Das Spiel der feinen Herren Oldenburg · 1903–1905
Tatwaffe
WUERFEL
Täter / Täterin
Staatsminister Ruhstrat (Justiz- und Sittenskandal, kein Mordfall)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
JUNGE HERREN VERLOREN ALLES AN IHN DER TAETER {ENC}
Die Oldenburgischen Spielerprozesse enthüllten, dass Honoratioren um Staatsminister Ruhstrat junge Leute beim Würfelspiel um enorme Summen gebracht hatten; ein Ruinierter nahm sich das Leben. Ruhstrat gewann zunächst seine Prozesse gegen die Journalisten — doch der Skandal erledigte ihn politisch. Ein Fall ohne Blut, aber mit einem Toten und vielen Ruinierten.
AKTE 066 Der Blick im Café Wälder um Berlin / Potsdam · 1946–1948
Tatwaffe
STRICK
Täter / Täterin
Willi Kimmritz
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
IM CAFE ERKANNTE MAN SEIN GESICHT DER TAETER {ENC}
Willi Kimmritz überfiel und beraubte zwischen 1946 und 1948 Frauen auf Hamsterfahrten in den Wäldern um Berlin; mindestens vier starben. Nach der größten Nachkriegsfahndung („Aktion Roland“) wurde er 1948 in einem Café am Gesundbrunnen erkannt und verhaftet; er gestand. Das Landgericht Potsdam verhängte 1949 die Todesstrafe; 1950 wurde sie in Frankfurt (Oder) vollstreckt.
STEMPEL 6 VON 9  ·  BUCHSTABE: O
AKTE 067 Schwarz auf Weiß Raum Magdeburg · 1890–1893
Tatwaffe
STRICK
Täter / Täterin
Fritz Erbe & Dorothea Buntrock
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
SIE LOCKTEN OPFER MIT FALSCHEN ANZEIGEN DER TAETER {ENC}
Dorothea Buntrock und Fritz Erbe lockten junge Frauen mit gefälschten Stellenanzeigen („Reisebegleiterin“) in Wälder, beraubten und ermordeten sie. Das Schwurgericht Magdeburg verhängte zwei Todesurteile; beide wurden 1893 enthauptet.
AKTE 068 Der Mann unter der Erde Neumark / Küstrin · 1850er–1864
Tatwaffe
AXT
Täter / Täterin
Karl Friedrich Masch
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
ER HAUSTE UNTER DER ERDE DER TAETER {ENC}
Karl Friedrich Masch, Preußens größter Raubserienmörder des 19. Jahrhunderts, verübte zwölf Morde, rund zwanzig Mordversuche und an die dreihundert Diebstähle — er hauste in selbstgegrabenen Waldhöhlen. 1861 zufällig in Frankfurt (Oder) verhaftet, legte er ein detailliertes Geständnis ab und wurde 1864 in Küstrin enthauptet.
AKTE 069 Der Tote im Handelshaus Leipzig · 1865/66
Tatwaffe
KNUEPPEL
Täter / Täterin
Heinrich Wilhelm Künschner
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
INDIZIEN UEBERFUEHRTEN DEN MANN DER TAETER {ENC}
Der Kaufmann Markert wurde nachts in seinem Leipziger Kontor erschlagen, die Kasse geplündert. Der 28-jährige Heinrich Wilhelm Künschner wurde überführt; 1866 erging das Todesurteil. Der Fall wurde im „Neuen Pitaval“ ausführlich dokumentiert.
AKTE 070 Die Haushälterin Nöbdenitz bei Schmölln, Thüringen · 1859/60
Tatwaffe
ARSENIK
Täter / Täterin
Marie Sophie Göbner
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DIE STILLE GELIEBTE WAR ES DER TAETER {ENC}
Die Haushälterin und heimliche Geliebte Marie Sophie Göbner vergiftete den Drechslermeister Göring mit Arsenik in der Milchsuppe, als er heiraten wollte — dem Sterbenden nötigte sie noch ein Testament ab. Der vergiftete Käse für die Trauergäste brachte die Behörden auf die Spur; nach Exhumierung und Arsenfund gestand sie und wurde 1860 enthauptet.
AKTE 071 Der erste Tag im Mai Berlin · 1931
Tatwaffe
BLEIROHR
Täter / Täterin
Ernst Reins
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
ER KANNTE DEN WEG DES BOTEN GENAU DER TAETER {ENC}
Der Maurer Ernst Reins erschlug am 1. Mai 1931 den Geldbriefträger Gustav Schwan mit einem sandgefüllten Stück Bleirohr und floh mit dem Inhalt der Geldtasche bis nach Genua, wo er gefasst wurde und gestand. Im Dezember 1931 wurde er zum Tode verurteilt.
AKTE 072 Der Kunde ohne Namen Berlin / Ferch bei Potsdam · 1931
Tatwaffe
PISTOLE
Täter / Täterin
Johannes Kabelitz
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DER NAMENLOSE KUNDE SCHOSS IHN VON HINTEN DER TAETER {ENC}
Johannes Kabelitz mietete im Januar 1931 das Taxi des Fahrers Fritz Ponick, ließ sich aus Berlin hinausfahren und erschoss ihn bei Ferch hinterrücks; die Leiche versenkte er im Straßengraben, den Wagen stellte er andernorts ab. Am 9. Dezember 1931 verurteilte ihn das Landgericht Potsdam zum Tode.
AKTE 073 Die Invalidenstraße Berlin, Invalidenstraße · 1887/1891
Tatwaffe
KNUEPPEL
Täter / Täterin
Hermann & Anna Heinze (Urteil 1891; Schuldfrage blieb umstritten)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
SEINE EHEFRAU HALF IHM DABEI DER TAETER {ENC}
Hermann und Anna Heinze wurden 1891 im Sensationsprozess um den Tod des 1887 erschlagen aufgefundenen Nachtwächters Braun zu fünfzehn und zehn Jahren Zuchthaus verurteilt — wegen Körperverletzung mit Todesfolge, nicht wegen Mordes. Heinze beteuerte seine Unschuld, die Beweislage blieb umstritten. Der Skandal um den Prozess führte 1900 zur „Lex Heinze“.
AKTE 074 Einen Monat zu früh Köln · 1948/49
Tatwaffe
GIFT
Täter / Täterin
Irmgard Swinka
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DAS NEUE RECHT RETTETE SIE DER TAETER {ENC}
Irmgard Swinka betäubte und vergiftete fünf ältere Frauen und beraubte sie. Das Kölner Schwurgericht verhängte im April 1949 viermal die Todesstrafe — einen Monat später trat Artikel 102 des Grundgesetzes in Kraft und schaffte die Todesstrafe ab. Swinka entging dem Fallbeil, saß 38 Jahre in Haft und wurde 1987 begnadigt.
AKTE 075 Wer hinüber will Zorge, Südharz · 1946/47
Tatwaffe
BEIL
Täter / Täterin
Rudolf Pleil
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DER FALSCHE HELFER MORDETE DER TAETER {ENC}
Rudolf Pleil bot sich an der Zonengrenze als Schleuser an und erschlug und beraubte seine Kundinnen, teils mit den Komplizen Hoffmann und Schüßler — mindestens neun Opfer. Verhaftet wurde er 1947 nach dem Beilmord am Kaufmann Bennen; seine Scharfrichter-Bewerbung aus der Haft führte die Ermittler zu zwei weiteren Leichen in einem Brunnenschacht. 1950 erhielt er lebenslang.
AKTE 076 Die Nacht von Grone Grone bei Göttingen · 1827/28
Tatwaffe
AXT
Täter / Täterin
Beinhorn, der eigene Sohn
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DIE UEBERLEBENDE ERKANNTE IHREN SOHN DER TAETER {ENC}
Der Tagelöhner Beinhorn erschlug nachts Vater und Schwester mit der Axt; die schwer verletzte Mutter überlebte — und identifizierte ihren eigenen Sohn. Das Todesurteil wurde 1828 in verschärfter Form vollstreckt.
AKTE 077 Die Affäre von Allenstein Allenstein, Ostpreußen · 1907
Tatwaffe
PISTOLE
Täter / Täterin
Hauptmann von Goeben (Geständnis; Suizid vor dem Prozess)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DIE FRAU DES OPFERS STACHELTE IHN AN DER TAETER {ENC}
Hauptmann von Goeben erschoss am zweiten Weihnachtstag 1907 den Major von Schoenebeck — verführt und aufgestachelt von dessen Frau Antonie. Goeben gestand, nahm sich aber vor Prozessbeginn das Leben; das Verfahren gegen die Witwe wurde eingestellt. Die Allenstein-Affäre wurde zum Weltskandal des wilhelminischen Militärs.
STEMPEL 7 VON 9  ·  BUCHSTABE: D
AKTE 078 Der Plan am Gleisbett bei Schneidemühl, Posen-Westpreußen · 1919/20
Tatwaffe
BRECHSTANGE
Täter / Täterin
Otto Perleberg
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
ACHTZEHN MENSCHEN STARBEN DER TAETER {ENC}
Otto Perleberg und seine Komplizen lösten 1919 bei Schneidemühl Schienenbefestigungen, um einen Zug zwecks Plünderung entgleisen zu lassen; ein Güterzug entgleiste, ein Schnellzug raste in die Trümmer — 18 Tote und zahlreiche Verletzte. Perleberg wurde gefasst, zum Tode verurteilt und im August 1920 hingerichtet.
EBENE IV — EXPERTEAKTE 079–099
AKTE 079 Der Hinterhalt im Hertogenwald Hertogenwald bei Eupen, Rheinprovinz · 1900
Tatwaffe
GEWEHR
Täter / Täterin
Wilhelm Paulsen (mit Theo François)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
SIE LAUERTEN DEM HUETER DES WALDES AUF UND SCHOSSEN AUS DEM DUNKEL DER TAETER {ENC}
Die Wilderer Wilhelm Paulsen und Theo François lauerten am 22. Oktober 1900 im Hertogenwald dem Förster Michel Jules-Toussaint auf; Paulsen erschoss ihn. Preußische Grenzbeamte spürten die Flüchtigen mit einer List in Holland auf. Paulsen erhielt lebenslanges Zuchthaus, François vier Jahre.
AKTE 080 Verschmähte Liebe in Würzburg Würzburg, Franken · 1823
Tatwaffe
DOLCH
Täter / Täterin
Philipp Maier
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DER VERSCHMAEHTE MANN STACH SIE JAEH AUF DER FLUCHT NIEDER DER TAETER {ENC}
Der verschmähte Schreiber und Ex-Sergeant Philipp Maier suchte seine frühere Geliebte Anna Agathe Weißensee 1823 in einem Würzburger Wirtshaus auf und erstach sie auf der Flucht mit dem Dolch, der dabei abbrach. Sterbend benannte sie den Täter. Am 17. Dezember 1823 wurde Maier in Würzburg mit dem Schwert enthauptet.
AKTE 081 Die Magd und der Meister Heidingsfeld / Würzburg, Franken · 1834/35
Tatwaffe
KUECHENMESSER
Täter / Täterin
Barbara Schäfer
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
EINE FRAU TOETETE DIE GATTIN IHRES DIENSTHERRN AUS PURER STILLER GIER DER TAETER {ENC}
Die Magd Barbara Schäfer, Geliebte des Spenglermeisters Meck, tötete 1834 dessen schwangere Ehefrau mit dem Küchenmesser, um deren Platz einzunehmen. Meck galt als Anstifter, gestand aber nichts und kam für fünf Jahre auf die Plassenburg. Schäfer wurde am 17. Januar 1835 in Würzburg mit dem Schwert enthauptet.
AKTE 082 Der Giftpakt von Memmingen Dickenreishausen / Memmingen, Schwaben · 1833
Tatwaffe
ARSENIK
Täter / Täterin
Ursula Brandmüller & Michael Rabus
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
SIE MISCHTE IHREM MANN HEIMLICH DAS TOEDLICHE PULVER IN DIE WARME MAHLZEIT DER TAETER {ENC}
Der Bauer Michael Rabus und die frisch verheiratete Ursula Brandmüller verabredeten 1833 bei Memmingen, gegenseitig ihre Ehepartner mit Arsenik zu vergiften. Ursula mischte ihrem Mann David das Gift in die Suppe; auch Rabus' Frau starb. Rabus erhängte sich, noch ehe der chemische Arsen-Nachweis gelang; Ursula wurde zum Tode verurteilt und am 7. Juni 1834 in Memmingen mit dem Schwert hingerichtet.
AKTE 083 Der Geselle auf der Landstraße Hainichen, Sachsen · 1891
Tatwaffe
KNUEPPEL
Täter / Täterin
Gustav Adolf Ludwig
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
EIN HANDWERKER TOETETE DEN JUNGEN FREMDEN FUER DAS WENIGE GELD DER TAETER {ENC}
Der Tuchmacher Gustav Adolf Ludwig aus Hainichen beraubte und tötete 1891 den Gesellen Emil Fritzsche. Die Überlieferung ist knapp; belegt sind Raubmotiv und Urteil. Am 30. September 1891 wurde Ludwig mit dem Fallbeil hingerichtet.
AKTE 084 Blut im Abteil Altona / Blankenese, Hamburg · 1906/07
Tatwaffe
AXT
Täter / Täterin
Thomas Rücker
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
EIN BLUTJUNGER MANN ERSCHLUG DEN REISENDEN UM UHR UND BOERSE DER TAETER {ENC}
Am 10. November 1906 erschlug der siebzehnjährige Gärtnergehilfe Thomas Rücker im Vorortzug Altona–Blankenese den Zahnarzt Dr. Claußen mit einer versteckt mitgeführten Axt und raubte Uhr und Brieftasche. Blutspuren und Zeugenaussagen überführten ihn rasch. Als Minderjähriger erhielt er am 12. Januar 1907 in Altona fünfzehn Jahre Haft wegen Mordes in Verbindung mit Raub.
AKTE 085 Der Tee der Gräfin München / Wien · 1867/68
Tatwaffe
ZYANKALI
Täter / Täterin
Julie von Ebergényi (Anstifter: Graf Gustav Chorinsky)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DIE FREMDE BESUCHERIN GOSS HEIMLICH DAS GIFT IN DEN TEE DER GATTIN IHRES LIEBHABERS DER TAETER {ENC}
Julie von Ebergényi vergiftete am 21. November 1867 in München Mathilde Gräfin Chorinsky mit Zyankali im Tee, um den Weg für ihren Geliebten, Graf Gustav Chorinsky, freizumachen. 1868 wurde sie in Wien zu zwanzig Jahren schwerem Kerker verurteilt, Chorinsky in München zu zwanzig Jahren Festungshaft. Beide starben nur wenige Jahre später in Gewahrsam.
AKTE 086 Der letzte Vorhang Stuttgart, Württemberg · 1910
Tatwaffe
PISTOLE
Täter / Täterin
Aloys Obrist (Suizid nach der Tat)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DER VERSCHMAEHTE DIRIGENT ERSCHOSS DIE DIVA UND DANN SICH SELBST DER TAETER {ENC}
Am 29. Juni 1910 erschoss der frühere Stuttgarter Hofkapellmeister Aloys Obrist die Kammersängerin Anna Sutter in ihrer Wohnung mit einer Browning-Pistole und tötete sich anschließend selbst. Die gefeierte Carmen-Darstellerin wurde unter riesiger Anteilnahme beigesetzt — rund zehntausend Menschen folgten dem Trauerzug.
AKTE 087 Das Haus des Oberstleutnants Mönchengladbach, Rheinland · 1905/06
Tatwaffe
HAMMER
Täter / Täterin
Die Brüder Blömers (mit Adolfs Ehefrau)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
DREI HAUSGENOSSEN LOCKTEN DEN AHNUNGSLOSEN HERRN HINAB UND ERSCHLUGEN IHN DER TAETER {ENC}
Am 23. Oktober 1905 erschlugen die Brüder Leonard und Adolf Blömers den Oberstleutnant a. D. Roos mit Hammer und Beil im Keller seines Hauses in Mönchengladbach, nachdem der Plan eines Giftmords gescheitert war; Adolfs Frau war Mitwisserin und Antreiberin. Das Schwurgericht Düsseldorf verurteilte am 22. März 1906 alle drei zum Tode; die Brüder wurden hingerichtet, die schwangere Frau zu lebenslangem Zuchthaus begnadigt.
AKTE 088 Der Zauberer vom Teufelssee Teufelssee bei Potsdam / Berlin · 1900
Tatwaffe
STRYCHNIN
Täter / Täterin
Eugen Jänicke
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
ER GAB DER FRAU EIN WEISSES PULVER ALS SCHLAFTRUNK DER TAETER {ENC}
Der Töpfergeselle Eugen Jänicke gaukelte der Schneiderin Luise Bergner Zauberkräfte vor und gab ihr am 21. März 1900 am Teufelssee Strychnin als angeblichen Schlaftrunk; danach plünderte er ihre Wohnung. Das Schwurgericht Potsdam verurteilte ihn im Juni 1900 wegen Mordes zum Tode; er wurde zu lebenslangem Zuchthaus begnadigt.
STEMPEL 8 VON 9  ·  BUCHSTABE: E
AKTE 089 Der Abdruck am Tatort Frankfurt am Main · 1904
Tatwaffe
HAMMER
Täter / Täterin
Groß & Stafforst
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
ZWEI RAEUBER TOETETEN DEN HAENDLER UND EINE SPUR UEBERFUEHRTE SIE DER TAETER {ENC}
Am 26. Februar 1904 wurde der Frankfurter Klavierhändler Hermann Lichtenstein in seinem Geschäft an der Zeil erschlagen — vermutlich mit einem Polierhammer — und beraubt. Der Gutachter Georg Popp ordnete einen blutigen Fingerabdruck am Kragen des Opfers dem Täter Groß zu: die erste Überführung per Fingerabdruck in Deutschland. Groß und Stafforst wurden zum Tode verurteilt und im November 1904 hingerichtet.
AKTE 090 Das Blumenmedium Berlin · 1902/03
Tatwaffe
UNTERROCK
Täter / Täterin
Anna Rothe („das Blumenmedium“)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
SIE TRUG DIE GABEN AUS DEM JENSEITS HEIMLICH VERBORGEN AM EIGENEN LEIB IN DEN SAAL DER TAETER {ENC}
Das Berliner „Blumenmedium“ Anna Rothe ließ bei Séancen Blumen und Orangen „aus der Geisterwelt“ erscheinen — zuvor eingekauft und im Unterrock verborgen. Am 1. März 1902 flog der Trick bei einer von der Kriminalpolizei unterwanderten Sitzung auf. Im März 1903 wurde sie wegen Betrugs in Dutzenden Fällen zu anderthalb Jahren Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe verurteilt.
AKTE 091 Die letzten am Mühlburger Tor Karlsruhe / Rüppurr, Baden · 1827 / 1829
Tatwaffe
KNUEPPEL
Täter / Täterin
Die Brüder Maisch
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
ZWEI BRUEDER ERSCHLUGEN DEN HIRTEN UMS ERSPARTE GELD DER TAETER {ENC}
Die Brüder Maisch ermordeten und beraubten 1827 den Schweizer Melker Johann Reinhard bei Rüppurr. 1829 wurden beide am Mühlburger Tor mit dem Schwert enthauptet — die letzten öffentlichen Hinrichtungen Karlsruhes.
AKTE 092 Die Schreiber von der Mohrenstraße Berlin · 1896
Tatwaffe
DOLCH
Täter / Täterin
Bruno Werner & Willy Grosse
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
ZWEI SECHZEHNJAEHRIGE STACHEN AUF DAS ALTE PAAR EIN DER TAETER {ENC}
Am 18. Oktober 1896 drangen die sechzehnjährigen Bruno Werner und Willy Grosse in die Wohnung des Justizrats Levy in der Berliner Mohrenstraße ein, um den Geldschrank zu plündern; sie erstachen den Schlafenden, seine Frau überlebte. Beide erhielten als Minderjährige je fünfzehn Jahre Haft — die Höchststrafe.
AKTE 093 Die Anstifterin von Altenburg Altenburg, Thüringen · 1902
Tatwaffe
STRICK
Täter / Täterin
Emma Lina Seifert
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
SIE STIFTETE EINEN JUNGEN MANN ZUM MORD AN IHREM GATTEN AN DER TAETER {ENC}
Emma Lina Seifert stiftete in Altenburg den Mord an ihrem Ehemann Bernhard Seifert an; der junge Bruno Tänzler führte die Tat aus. Sie wurde wegen Anstiftung, er wegen Mordes zum Tode verurteilt — beide wurden am 28. August 1902 in Altenburg hingerichtet.
AKTE 094 Neid in der Gärtnerei Bremen · 1908
Tatwaffe
SPATEN
Täter / Täterin
Gustav Theodor Pohl
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
EIN MANN TOETETE SEINEN KOLLEGEN AUS STILLER MISSGUNST DER TAETER {ENC}
In Bremen wurde der Gärtner Johann Heinrich Lankau getötet; überführt wurde sein Berufsgenosse Gustav Theodor Pohl. Die Überlieferung ist knapp; belegt sind Urteil und Vollstreckung: Am 14. Juli 1908 wurde Pohl in Bremen-Oslebshausen hingerichtet.
AKTE 095 Zwölf Tage vor dem Gesetz Berlin / Wusterhausen an der Dosse · 1947–1949
Tatwaffe
STRICK
Täter / Täterin
Berthold Wehmeyer (mit Hans Wagner)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
ZWEI MAENNER ERDROSSELTEN EINE FRAU FUER EINEN SACK KNOLLEN DER TAETER {ENC}
Berthold Wehmeyer überfiel im April 1947 mit seinem Bekannten Hans Wagner bei Wusterhausen an der Dosse eine Frau auf Hamsterfahrt und erdrosselte sie; es ging um ihre zwanzig Kilo Kartoffeln. Das Berliner Schwurgericht verurteilte ihn als Haupttäter zum Tode. Am 11. Mai 1949 wurde er im Zellengefängnis Lehrter Straße hingerichtet — die letzte Hinrichtung West-Berlins, zwölf Tage vor Verkündung des Grundgesetzes.
AKTE 096 Der Neubauer von Dielingen Dielingen, Kreis Lübbecke, Westfalen · 1892
Tatwaffe
KNUEPPEL
Täter / Täterin
Wilhelm Hurrelbrink
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
EIN LANDMANN TOETETE EINEN REISENDEN FUER DESSEN GELD DER TAETER {ENC}
In Dielingen im Kreis Lübbecke beging der Neubauer Wilhelm Hurrelbrink 1892 einen Raubmord. Die Überlieferung ist knapp; belegt sind Schuldspruch und Urteil des Schwurgerichts Bielefeld vom Mai 1892. Am 16. September 1892 wurde Hurrelbrink in Bielefeld enthauptet.
AKTE 097 Die Hand des Helfers Raum Landshut, Niederbayern · 1923/24
Tatwaffe
STRICK
Täter / Täterin
Rupert Fischer (mit Andreas Hutterer)
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
EIN MANN LIESS SEINE FRAU GEMEINSAM MIT EINEM HELFER TOETEN DER TAETER {ENC}
Im Raum Landshut ließ Rupert Fischer 1923 seine Ehefrau gemeinschaftlich mit dem Komplizen Andreas Hutterer töten. Die Überlieferung ist knapp; belegt sind Urteil und Vollstreckung: Am 24. Juni 1924 wurden beide im Hof des Landgerichtsgefängnisses Landshut mit dem Fallbeil hingerichtet.
AKTE 098 Elf Tage im Münsterland Herzebrock, Westfalen / Gelsenkirchen · 1912
Tatwaffe
PISTOLE
Täter / Täterin
Die Brüder Stadtkowitz
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
ZWEI BRUEDER ERSCHOSSEN EINEN BEAMTEN UND FLOHEN DER TAETER {ENC}
Die Brüder Alex und Anton Stadtkowitz aus Gelsenkirchen-Schalke erschossen 1912 mit ihrem Komplizen Johann Wielich bei Herzebrock den Polizeisergeanten Wilhelm Ellermann. Nach elf Tagen wurden sie in einer Mergelgrube im Münsterland gefasst; am 24. Oktober 1912 wurden die Brüder in Bielefeld hingerichtet.
AKTE 099 Der Untermieter von Hirschberg Hirschberg, Schlesien · 1907/08
Tatwaffe
ARSENIK
Täter / Täterin
Pauline Scholz
Ermittlungsbericht (übrige Buchstaben)
SIE VERGIFTETE HEIMLICH IHREN GAST FUER DAS GUTE GELD DER TAETER {ENC}
In Hirschberg in Schlesien vergiftete die Händlerin Pauline Scholz 1907 ihren Untermieter, den Arbeiter Wendelin Schäffer, um an sein Geld zu kommen. Nach Exhumierung und Giftnachweis wurde sie überführt. Am 30. April 1908 wurde Scholz hingerichtet — eine der wenigen im Kaiserreich hingerichteten Frauen Schlesiens.
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■ Die Ermittlerkartei

Neue Fälle, geheime Zusatzakten und Band 2 — zuerst an die, die im Archiv registriert sind.

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Alle Fälle beruhen auf historischen Kriminalfällen (1820–1950) und wurden für dieses Rätselbuch nacherzählt.